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Die Möhnen übernehmen das Kommando

Rathauserstürmung in Wittlich um 11.11 Uhr am Weiberdonnerstag

Am 11. Februar um 11.11 Uhr ist es soweit: verkleidete Frauen stürmen an diesem Vormittag das Alte Rathaus am Wittlicher Marktplatz und übernehmen symbolisch die Macht. Bewaffnet sind sie mit Scheren, um den Herren die Krawatten abzuschneiden. Flink und mit Bravour geht es die Leiter zu den Rathausfenstern hoch, sehr zur Unterhaltung der vielen Schaulustigen. Jung und alt und ganz besonders die Kinder sind herzlich eingeladen an diesem närrischen Treiben teilzunehmen.
Für die Möhnen ist die Weiberfastnacht der wichtigste Tag im Karneval.
Schon früh am Morgen beginnt ihre Arbeit. Die Suppenverkaufsstände werden eingerichtet, damit nach der Eroberung des Rathauses mit der Ausgabe der köstlichen, hausgemachten Suppe an die Wittlicher Narren und Faosbogatden begonnen werden kann. In diesem Jahr wird die Narrenschar mit Kartoffelsuppe verköstigt. Die schmackhafte und reichhaltige Portion kostet 3,00 €.
Auf Wunsch gibt es auch ein heißes Würstchen mit Brötchen für 1,50 €.
Die Gruppe „Cash Brothers“ wird ab 10 Uhr mit Karnevalsliedern und Stimmungshits für gute Laune und närrische Unterhaltung der „Jecken“ sorgen.

Das närrische Treiben fotografierte Thomas Steinmetz beim närrischen Sturm auf das Alte Rathaus 2009.

Das närrische Treiben fotografierte Thomas Steinmetz beim närrischen Sturm auf das Alte Rathaus 2009.

Obwohl die anwesenden Ratsmitglieder, gemeinsam mit Bürgermeister Joachim Rodenkirch wieder mit aller Kraft versuchen werden, das Alte Rathaus gegen die geballte Weiblichkeit zu verteidigen, wird dieses Vorhaben auch 2010 zum Scheitern verurteilt sein. Man darf gespannt sein, wie lange die Herren dieser Belagerung standhalten, bevor die weiße Fahne gehisst wird.
Nach erfolgter Entmachtung regnet es kiloweise Bonbons auf die in der Neustraße ausharrende Narrenschar, Im Anschluss werden der Bürgermeister und die Ratsmitglieder auf den Marktplatz geschleift, wo dann die erfolgte Machtübernahme öffentlich bekundet wird. Dabei wird es erstmals der neue Bürgermeister Joachim Rodenkirch sein, der den Schlüssel der Stadt an die Obermöhne übergibt, die damit bis zum Aschermittwoch symbolisch die Macht ergreift.
Schunkeln und Fröhlichsein gehören spätestens dann zu den närrischen Pflicht-Aufgaben des Bürgermeisters und der Ratsmitglieder.

Doch irgendwann ist alles vorbei! Am Fastnachtsdienstag wird auf dem Marktplatz die Fastnacht, in Form einer Strohpuppe, durch die Möhnen verbrannt. Wer dieses Spektakel live miterleben will, ist hierzu ab 21.45 Uhr herzlich eingeladen. Taschentücher sind in ausreichender Menge mitzubringen!
Unter großem Kreischen und Heulen wird die „Fastnacht“ auf dem Marktplatz umkreist um anschließend verbrannt zu werden.
Das Verbrennen der „Fastnacht“ ist alljährlich eine tränenreiche Angelegenheit für die Möhnen und Fastnachtsjecken, da hierdurch das Ende der tollen Tage vollzogen wird.

Der Stadtschlüssel, als Symbol der Macht wird dann an Bürgermeister Joachim Rodenkirch  zurückgegeben.
/hg