Geringe Veränderungen im Wittlicher Stadtrat
„Die Linke“ erstmals im Rat vertreten
Bis nach 15 Uhr wurde am Montag nach der Wahl noch im Stadthaus fleißig gezählt, kontrolliert und Stimmzettel in die Computer eingelesen. Dann stand auch das Ergebnis der Stadtratswahl fest. Die beiden großen Fraktionen verloren jeweils einen Ratssitz, die “Grünen“ gewannen einen Sitz hinzu. Erstmals im Stadtrat mit einem Ratssitz vertreten sind die Linken. Der neue Stadtrat, der sich am 2. Juli 2009 konstituieren wird, besteht deshalb aus sechs Parteien und Wählergruppen. Wahlberechtigt waren in Wittlich 13.680 Bürgerinnen und Bürger, von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben 6.955 Personen. Die Wahlbeteiligung von 50,5 Prozent lag um 1,3 Prozent höher als vor fünf Jahren.
Die CDU bleibt mit 13 Sitzen stärkste Kraft im Wittlicher Stadtrat, ihr Stimmenanteil hat sich von 43,6 auf 39,4 Prozent verringert. Die SPD erhält bei 25,5 Prozent (- 1,2 Prozent gegenüber 2004) acht Sitze, einen weniger als bisher. Bündnis 90/Die Grünen legen um 2,1 Prozent auf 12,5 Prozent zu und werden im neuen Rat mit vier Sitzen vertreten sein. Die FDP kommt auf 10,3 Prozent, ein Plus von 0,3 Prozent. Auch die Freie Wählergruppe konnte ihren Stimmenanteil steigern und liegt jetzt bei 9,9 Prozent (2004: 9,3 Prozent). FDP und FWG erhalten wie bisher je drei Ratssitze. Mit 2,3 Prozent der Stimmen kann die erstmals für den Stadtrat kandidierende Linke einen Vertreter in den Rat entsenden. Die meisten Personenstimmen erhielt mit 4.211 Stimmen Dieter Burgard (SPD), Elfriede Meurer (CDU) kam auf 4.054 Stimmen. Sie lag damit knapp vor Dr. Michael Praeder (CDU), für den 3.908 Stimmen abgegeben wurden. Auf den weiteren Plätzen folgen die CDU-Bewerber Albert Klein mit 3.530, Reinhold Westhöfer mit 3.408 und Theodor Brock (3.375 Stimmen). Mehr als 3.000 Stimmen erhielten auch Michael Wagner (Grüne, 3.164 Stimmen), Elfriede Marmann-Kunz (SPD, 3.124) und Jürgen Vellen (CDU, 3.106). In den neuen Wittlicher Stadtrat wurde neun Frauen gewählt. In der zu Ende gegangenen Wahlzeit gehörten dem Stadtrat sieben Frauen an. Zwölf der 32 Ratsmitglieder gehören dem Stadtrat erstmals an. Bei der FDP sind alle drei Ratsmitglieder neu im Stadtrat. Die Hälfte der SPD-Ratsmitglieder ist erstmals in den Rat gewählt worden. Bei der CDU sind drei von 13 Ratsmitgliedern neu im Stadtrat.
In den Stadtrat gewählt wurden:
CDU: Elfriede Meurer, Dr. Michael Praeder, Albert Klein, Reinhold Westhöfer, Theodor Brock, Jürgen Vellen, Winfried Schabio, Katrin Bornmüller, Thomas Oehlenschläger, Jürgen Junk, Michaele Schneider, Carlo Bauer und Lothar Scherl. SPD: Dieter Burgard, Elfriede Marmann-Kunz, Joachim Gerke, Anette Jondral, Erika Werner, Ralf Dörrenbächer, Edwin Mehrfeld und Horst Kirsch. Grüne: Michael Wagner, Ute Hahn, Rudolf Bollonia und Adelheid Wax.
FDP: Karl-Heinz Grünfelder, Bernd Clemens und Jutta Zens-Hilsemer.
FWG: Dr. Klaus Petry, Harald Fau und Stefan Melcher. Die Linke: Ali Damar.
Ihr bestes Ergebnis erreichte die CDU mit 56,4 Prozent im Stadtteil Neuerburg (+ 1,1 Prozent), im Wahllokal in der Synagoge kam sie auf 32,3 Prozent (- 7,2 Prozent). Die SPD erzielte ihren höchsten Stimmenanteil im Stimmbezirk Georg-Meistermann-Grundschule II mit 33,4 Prozent, hier gab es einen Stimmenzuwachs von 5,3 Prozent. Nur 19,5 Prozent der Stimmen gab es für die SPD in Neuerburg. Stark waren die Grünen in der Grundschule Friedrichstraße II und in Lüxem mit jeweils 16,4 Prozent. Die meisten Stimmen für die FDP gab es mit 14,3 Prozent in Dorf. Die Freie Wählergruppe erhielt im Alten Rathaus 12,7 Prozent. Der Stimmenanteil der Linken schwank zwischen 0,5 Prozent im Stadtteil Dorf und 3,4 Prozent im Stimmbezirk Georg-Meistermann-Grundschule I.
Große Schwankungen gab es bei der Wahlbeteiligung. In Dorf gingen 267 von 415 Wahlberechtigten zur Wahl, eine Wahlbeteiligung von 64,3 Prozent. Über 60 Prozent lag die Wahlbeteiligung auch in Lüxem (60,2 Prozent) und im Stimmbezirk „Synagoge“ (60,1 Prozent). Aus dem Rahmen fällt die Wahlbeteiligung in Wahllokal Georg-Meistermann-Grundschule I. Dort gingen nur 643 von 1712 Wahlberechtigten zur Wahl. Hieraus errechnet sich eine Wahlbeteiligung von nur 37,6 Prozent. Zu diesem Stimmbezirk gehören die Justizvollzugsanstalten. Ebenfalls eine unterdurchschnittliche Beteiligung an der Stadtratswahl gab es in der Grundschule Friedrichstraße I mit 46,8 Prozent.
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